Sayonara, Umami Snack.

Nach 8 Jahren endet ein süsses Kapitel – aber die Geschichte geht weiter.

Es war ein ganz normaler Augusttag, als ein eingeschriebener Brief alles veränderte.

Nach acht Jahren voller Pocky, Matcha-KitKat und über 300 japanischen Süssigkeiten-Sorten mussten wir eine schwere Entscheidung treffen: Umami Snack schliesst seine Türen.

Die Achterbahnfahrt endet hier.

Was ist passiert?

Im August 2025 erhielten wir ein Schreiben von Nestlé Schweiz. Darin wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass der Verkauf japanischer Produkte mit Milchbestandteilen in der Schweiz nicht zulässig ist.

«Gemäss der entsprechenden EU-Verordnung über zusammengesetzte Produkte müssen die Betriebe, die die Milchzutaten herstellen, in TRACES aufgeführt sein, damit die Produkte in die EU oder die Schweiz eingeführt werden dürfen.»

Das Problem: Kein einziger japanischer Milchpulver-Hersteller ist in der EU-Datenbank registriert. Für Eiprodukte gibt es genau einen – die Kagotani Co., Ltd.

Anwälte und so.

Die rechtliche Realität

Wir haben die Situation von einer Rechtsanwältin prüfen lassen. Ihre Einschätzung war eindeutig:

«Alle tierischen Anteile in zusammengesetzten Lebensmitteln müssen seit 2006 aus Betrieben stammen, die für die Ausfuhr in die EU zugelassen sind. Der Prozentanteil des tierischen Erzeugnisses ist dabei nicht massgebend.»

Das bedeutet: Selbst wenn ein Produkt nur 0.1% Milchpulver enthält, darf es nicht importiert werden – es sei denn, der japanische Hersteller ist EU-zertifiziert. Aktuell ist das bei Milchprodukten niemand.

Das Gesetz ist eindeutig. Wir haben – ohne es zu wissen – gegen Schweizer und EU-Recht verstossen.

Keine Zukunft mit Snacks.

Was das für uns bedeutete

Als kleines Unternehmen ist es schlicht unmöglich, die gesamten EU-Verordnungen und deren Anhänge zu durchforsten. Wir haben uns auf unsere Lieferanten verlassen – wie es wohl die meisten kleinen Händler tun.

Was übrig blieb? Ein paar Schleckwaren aus purem Zucker und einige Getränke.

Keine Matcha-KitKat. Keine Pocky. Keine der über 300 Sorten, für die ihr zu uns gekommen seid.

Kurz: Das Sortiment ist viel zu klein, um weiterzumachen.

Nur ein bitterer Beigeschmack.

Ein Wort zur Klarstellung

Es wäre einfach, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Aber das wäre nicht fair – und auch nicht richtig.

Nestlé hat uns auf ein bestehendes Gesetz aufmerksam gemacht. Ein Gesetz, das wir hätten kennen müssen. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt bei uns als Importeur und Händler.

Wir sind niemandem böse. Wir sind traurig – aber auch dankbar für alles, was war.

Menschen tun, was sie tun.

«Andere Shops verkaufen das doch noch?»

Ja, das stimmt. Und wir verstehen, dass das überraschend wirkt.

Die Rechtslage ist jedoch eindeutig: Der Import und Verkauf von japanischen Produkten mit tierischen Bestandteilen ist in der Schweiz nicht erlaubt – für niemanden. Das Gesetz macht da keine Ausnahmen.

Dass andere Anbieter diese Produkte weiterhin verkaufen, ändert nichts an der Gesetzeslage. Es bedeutet lediglich, dass dort die Selbstkontrolle nicht korrekt erfolgt – oder bewusst ignoriert wird.

Wir haben uns entschieden, uns an das Gesetz zu halten. Auch wenn es uns den Laden kostet. Auch wenn andere das anders handhaben. Für uns war klar: Wenn wir etwas machen, dann richtig – oder gar nicht.

Ihr seid die Besten!

Danke für 8 unglaubliche Jahre

Was 2017 als Nebenprojekt begann, wurde zu etwas viel Grösserem:

Ihr habt Umami Snack zu dem gemacht, was es war. Dafür sagen wir von ganzem Herzen: ありがとう – Arigatō.

Nook, Nook! Wer ist da?

Die Geschichte geht weiter.

Mit Nook’s haben wir einen neuen Weg gefunden, euch zu begeistern: Hochwertige Collectables, Figuren und Merchandise. Alles legal, alles geprüft, alles mit derselben Liebe zum Detail und Originallizenz.

Die selbe Leidenschaft. Ein neues Kapitel.

Sayonara, bis zum nächsten Mal.

 

Christine & Klemens
Inhaber von Umami Snack